Gebärmuttersenkung nach Geburt

Was ist eine Gebärmuttersenkung?

Oftmals werden frischgebackene Mütter mit einer Gebärmuttersenkung nach Geburt konfrontiert. Diese entsteht dadurch, dass das Gewicht des Embryos über Monate auf die Muskulatur des Beckenbodens gedrückt und diese geschwächt und gedehnt hat. Husten, Übergewicht und Bindegewebeschwäche verstärken die Belastung des Beckenbodens in der Schwangerschaft. Eine weitere Ursache sind die Verletzungen und Belastungen an den Bändern und Muskeln während der Geburt.

Bei einer Gebärmuttersenkung sinkt die Gebärmutter ein Stückchen in den Scheidenbereich hinein und ist hier oftmals wie ein Fremdkörper zu verspüren. Eine Senkung innerhalb der ersten Wochen und Monaten nach der Niederkunft geht meist nach einiger Zeit wieder vorüber. Eine Dehnung des Gewebes geht teilweise von allein zurück und zugleich lässt sich der Beckenboden zudem durch Training wieder stärken.

Die Gebärmuttersenkung führt oftmals zu einer Blasenschwäche mit einem unwillkürlichen Harnabgang und vermehrtem Harndrang. Meistens geht eine Senkung der Scheide einher und damit die Absenkung der hinteren oder der vorderen Scheidenwand.

Die Symptome einer Gebärmuttersenkung nach Geburt

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Eine Gebärmuttersenkung kann sich auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen. Klassische Symptome sind Rücken- oder Unterleibsschmerzen. Jedoch sind solche Schmerzen wenig eigenartig und werden von den Frauen in aller Regel auf andere Ursachen durch die Schwangerschaft zurückgeführt.

Die Gebärmuttersenkung verursacht bei den meisten Betroffenen ein chronisches Fremdkörper- oder Druckgefühl in der Scheide und einen stetigen Zug in die untere Richtung. Dies erzeugt bei den Frauen die Angst, es könnte etwas aus der Scheide fallen. Betroffene überkreuzen aus diesem Grund oftmals die Beine.

Zudem kommt es zu Schleimhautbelägen und Entzündungen, da sich die Scheidenflora verändert. Druckgeschwüre treten ebenfalls auf. Ein weiteres Krankheitszeichen ist blutiger Ausfluss.

Weil die Gebärmutter in direkter Verbindung zur Harnblase steht, kann diese bei Veränderung der Position Druck auf sie ausüben. Bekannte Symptome sind vor allem ein abgeschwächter Harnstrahl, Schmerzen beim Wasserlassen und häufiges Wasserlassen mit kleinen Mengen an Urin (Pollakisurie).

Oft kommt es dabei zur Belastungsinkontinenz. Hierbei geht zum Beispiel beim Niesen oder Husten unbeabsichtigt der Harn ab. Harnwegsinfekte können sich ebenfalls bemerkbar machen. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Verlagerung oder einem Absenken der Harnblase kommen. Dementsprechend staut sich der Urin in die Nieren zurück. Eine solche Komplikation ist jedoch eher selten.

Im hinteren Bereich befinden sich in er Nähe der Gebärmutter der Analkanal und der Mastdarm. Rutscht nun die Gebärmutter nach hinten und nach unten, dann kann diese auch auf den Enddarm einen hohen Druck ausüben. Dabei treten Verstopfung und Schmerzen beim Stuhlgang auf. Stuhlinkontinenz ist ebenfalls vereinzelt zu beobachten.

Die Ursachen für eine Gebärmuttersenkung

An der Entstehung einer Gebärmuttersenkung wirken meist verschiedene Faktoren mit. Gehört unter anderem der natürliche Alterungsprozess. Mit steigendem Alter verliert der Halteapparat von Uterus und Vagina einen Teil seiner eigenen Elastizität. Nach dem Eintreten der Wechseljahre prägt sich eine Scheiden- und eine Gebärmuttersenkung bei sehr vielen Frauen aus.

Schwangerschaft und Geburten sind ein weiterer Faktor. Jede Schwangerschaft und jede Geburt belastet den Boden des Beckens und die anderen Bänder und Muskeln der Frau im Unterleib. In der Schwangerschaft macht sich jene Belastung zum Beispiel durch ein teils schmerzhaftes Ziehen im Bereich der Mutterbänder bemerkbar.

Bei besonders großen Kindern oder Mehrlingsgeburten kommt es während Geburt und der Schwangerschaft zu starken Dehnungen dieser Bänder.

Weitere Faktoren sind schwere körperliche Arbeit, starkes Übergewicht, chronischer Husten und Verstopfung.

Die operative Entfernung der Gebärmutter führt zu einer Senkung der Scheide. Nach diesem Eingriff bleibt der Scheidenblindsack im Körper übrig. Falls dieser bei der Operation im Beckenbereich nicht hinreichend befestigt worden ist, senkt er sich durch die Wirkung der Schwerkraft später nach unten.

Frauen mit einer bestehenden Bindegewebsschwäche tragen in Zusammenhang mit den starken Belastungen des Beckenbodens ein sehr hohes Risiko, eine Gebärmuttersenkung zu erleiden. Zugleich wirken sich schwache Bauchmuskeln als ebenfalls risikoreich aus, da diese dazu beitragen, Scheide und die Gebärmutter an ihrem Platz zu halten.

Eine Gebärmuttersenkung kann sich schrittweise entwickeln oder – zum Beispiel nach der Geburt – ein vorübergehend auftretendes Ereignis sein. In einem solchen Fall bildet diese sich zurück, wenn die Belastung aufhört

Diagnose und Behandlung der Gebärmuttersenkung

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Die Gebärmuttersenkung diagnostiziert der Gynäkologe während der regelmäßigen gynäkologischen Untersuchung. Dabei wird der Grad der Senkung nach der Entfaltung des Scheidenbereichs mit dem Spekulum erkennbar. Dabei lassen sich Rekto- und Zystozelen manuell ertasten.

Je nach dem Ausmaß der Senkung und dem persönlichen Beschwerdebild schließen sich eventuell weitere Untersuchungen und Behandlungen an, zum Beispiel ein Ultraschall der Nieren, um einen möglichen Harnstau auszuschließen.

Die Behandlung einer Gebärmuttersenkungen kann einerseits konservativ und andererseits auch durch eine Operation vollzogen werden. Generell sollte die Frau schon präventiv einiges tun, ehe es zu einer Senkung gekommen ist. Die Art der Behandlung hängt hierbei davon ab, wie weit die Gebärmuttersenkung schon fortgeschritten ist, ob sich die betroffene Patientin noch weitere Kinder wünscht, wie alt diese ist und ob sie eine Operation verkraften kann.

Leichtere Formen lassen sich optimal durch ein Beckenbodentraining behandeln und bilden sich hierbei meist weitgehend wieder zurück. Zugleich gibt es die Therapie mit Elektrostimulation oder mit speziellen Kugeln. Nach dem Wechseljahren – dem unwiderruflichen Ausbleiben der Monatsblutung innerhalb der Wechseljahre – wird der Arzt die Gebärmuttersenkung meist lokal durch östrogenhaltige Cremes oder Zäpfchen behandeln.

Bei schweren Gebärmuttersenkungen gibt es zu einer Operation allerdings nur wenige Alternativen. Hierbei nimmt der Gynäkologe eine Scheidenplastik vor – strafft daher operativ die Wand der Scheide – bringt Uterus, Enddarm und Blase wieder zurück an den eigentlichen Platz und fixiert diese hier.

Durch die Kürzung der Bänder können diese die Haltefunktion gut wieder übernehmen. Bei Betroffenen, welche die Familienplanung abgeschlossen haben, wird der Gynäkologe bei einer schweren Gebärmuttersenkung oft zu einer Entfernung der Gebärmutter raten. Dabei wird der Scheidenblindsack in der Höhle des Beckens fixiert, um somit einen späteren Vorfall der Scheide zu vermeiden.

Leider halten solche Eingriffe nicht ewig vor. Deshalb ist das Beckenbodentraining dennoch wichtig.

Bei dem Verdacht auf Gebärmuttervorfall ist der Gynäkologe der passende Ansprechpartner. Der Gynäkologe erfasst in einem Erstgespräch die Anamnese bzw. die Krankengeschichte. Dabei haben die Patientinnen die Möglichkeit, die bestehenden Symptome zu schildern. Anhand der vorliegenden Beschwerden besteht oft relativ schnell der Verdacht auf Gebärmuttersenkungen.

Der Gynäkologe kann eine eindeutige Diagnose stellen. Mit dem Spekulum bzw. dem Scheidenspiegel begutachtet der Frauenarzt die Scheide und kann die Gebärmuttersenkung dann schnell erkennen.

Eine rektale Untersuchung gehört ebenfalls bei dem Verdacht auf Gebärmuttersenkung dazu. Hierbei tastet der Gynäkologe in das Rektum direkt hinein. So kann dieser beispielsweise eine Einstülpung der Rektumwand (Rektozele) in Richtung der Scheide hin tasten. Eine derartige Aussackung ist eine häufig auftretende Ursache für Verstopfung.

Um abschätzen zu können, inwiefern die Harnblase von der Senkung der Gebärmutter betroffen ist, wird eine Untersuchung mit Ultraschall durchgeführt. So werden eventuelle Folgen einer Gebärmuttersenkung besser erkannt. Besteht gleichzeitig ein Verdacht auf eine Harnröhreninfektion, untersucht man die Patientin mittels Urinprobe.

Je nach Stadium und Alter, in welchem der Arzt eine Gebärmuttersenkung erkennt, kommen unterschiedliche Methoden der Therapie in Frage.

Bei leichteren Formen und zugleich zur Vorsorge, zum Beispiel während der Schwangerschaft, hilft eine Beckenbodengymnastik. Dies sind besondere Übungen, welche gezielt die Beckenbodenmuskulatur stärken. Auf diese Weise kann einer Senkung der Organe des Beckens sicher vorgebeugt werden. Leichtere Formen einer Senkung können sich so zudem selbstständig und damit ohne spezielle Eingriffe, wieder zurückbilden.

Für Betroffene mit leichter Gebärmuttersenkung, die sich schon in den Wechseljahren befinden, kann außerdem eine hormonelle Therapie sinnvoll sein. Hierfür werden mit Cremes oder Zäpfchen auf die weiblichen Geschlechtshormone aufgetragen. Ein Vaginalring, der fortwährend geringe Mengen des Östrogens abgibt, kann zur Behandlung der Gebärmuttersenkung sehr gut beitragen.

In besonders schwereren Fällen ist eine Operation nicht zu vermeiden. Bei der Operation kommen generell zwei Methoden in Betracht. Im günstigen Fall kann der Frauenarzt den Eingriff nur durch die Scheide vornehmen. Oftmals ist es allerdings notwendig, am Unterbauch einen circa fünf Zentimeter langen Schnitt vorzunehmen, durch welchen die Operation erfolgt.

Bei der Operation wird die Muskulatur des Beckens gerafft und Organe, die sich gesenkt haben, wieder in die eigentliche ursprüngliche Lage gebracht. Zur Straffung der Beckenbodenmuskulatur sowie zur Dammverstärkung wird die Scheidenplastik eingesetzt. Ärzte unterscheiden zwischen einer hinteren und einer vorderen Scheidenplastik. Die vordere Plastik kommt bei einer Scheiden- und einer Blasensenkung zum Einsatz. Hierbei wird der Blasenboden gerafft und der Blasenhals nach oben gezogen.